Carnevalverein Grün-Weiß Bad Salzig e.V. 1959

Neues Bad Salziger Prinzenpaar fliegt zu den grün-weißen Sternen

Prinz Reiner I. und Prinzessin Theresa I. regieren Bad Salzig

Das lange und sorgfältig bis zur letzten Sekunde gehütete Geheimnis ist endlich gelüftet: Grün-weiße Sterne werden auch in diesem 60. Jubiläumsjahr über einem Prinzenpaar funkeln! Pünktlich um 23:11 Uhr übernahmen am Samstagabend Prinz Reiner I. und Prinzessin Theresa I. die Regentschaft im Bad Salziger Ägidiusheim. Auf der Bühne umringt von Mitgliedern des Fanfarenzuges, vielen grün-weißen Aktiven, ehemaligen Regenten des CV sowie Prinzenpaaren und Vertretern der anderen Vereine versprach das Paar dem närrischen Publikum in der vollbesetzten Narrhalla „einen Flug zu den grün-weißen Sternen - bis zum Aschermittwoch ohne Rückfahrkarte.“ Die ersten Gratulanten auf der Bühne waren die Vorgänger im Amt, Prinzessin Catrin I. und Prinz Volker I., sowie die Prinzenpaare der befreundeten Vereine.

Mit diesem Prinzenpaar haben zwei langjährige Aktive des Vereins und begeisterte Karnevalisten das Zepter übernommen: Prinz Reiner der I. ist nicht nur Mitglied des Elferrates, sondern auch als Redner und Sänger auf der CV-Bühne bekannt; sein Vortrag als lebendige „Music-Box“ lieferte den seit Jahren zitierten running gag „Bitte werfen Sie eine Münze ein“, der natürlich auch bei der Proklamation nicht fehlen durfte. Auch Prinzessin Theresa I. hat von Kind auf den Karneval im Blut und war zum Beispiel im letzten Jahr als stolze Königin von Ägypten mit dem Damen-Showballett des CV auf der Bühne zu sehen. Unterstützt wird das neue Prinzenpaar von Kristina Eulenborn als Hofnärrin - eine hervorragende Kombination, denn seit Jahren sind sie und der neue Prinz ein eingespieltes Team bei den Bühnenvorträgen.

Vorangegangen war der Proklamation des Prinzenpaares ein dreistündiges Abendprogramm mit Darbietungen aller Vereine, das in Spannung und Dramaturgie spürbar auf diesen Höhepunkt ausgelegt war:

Direkt zu Beginn stimmten nicht nur Sitzungspräsident Albert Rätz und der Vereinsvorsitzende Alfred Fuchs, sondern Vertreter aller anwesender Vereine auf der Bühne ihre bekannten Vereinslieder an - und das Publikum stimmte lautstark und begeistert ein.

Danach marschierte das Prinzenpaar der KG Niederkirchspiel mit seinem Gefolge in den Saal ein und die Bühne füllte sich in rot-weißen Farben. Prinz Paul I. vom närrischen Peraschbrunnen berichtete von seinem „rasanten Aufstieg vom Bauern zum Prinzen“ und freut sich zusammen mit seiner Prinzessin Kerstin I. auf viele fröhliche Karnevalstage. 

Mit Rockmusik und schwarz-goldenem Gefolge eroberte nun „hoher Besuch aus der Bad Salziger Vorstadt“ die Bühne: Das am letzten Wochenende frisch gekürte Prinzenpaar der KG Baudobriga, Prinz Rolf I. vom steilen Hang und Prinzessin Liz I. von den frechen Weinbergschnecken begrüßten das Publikum im „schönsten Fassenachtssaal weit und breit“ und luden dazu ein, die bevorstehende Karnevalszeit zu genießen und auszukosten, „egal, ob im Saal oder auf der Gass.“

Nachdem dann alle Tollitäten ihren Platz im Saal eingenommen hatten, entführte das Jugendballett des CV das Publikum auf eine Safari nach Afrika. Kostümiert als wilde Tiere, Jäger und Eingeborene beeindruckten die jungen Tänzerinnen und Tänzer sowohl mit der in ihrem Showtanz erzählten Geschichte als auch durch die mit Leichtigkeit ausgeführten Hebungen.

Einen feurigen Gardetanz in Schwarz-Gold präsentierte dann eine Abordnung des Gardeballetts der KG Baudobriga. Mit Schwung und Enthusiasmus füllten die sechs Tänzerinnen die Bühne und begeisterten das Publikum im Saal.

„Pubertät ist die Zeit, in der die Eltern schwierig werden“ - davon überzeugte Paula, die jüngste Büttenrednerin der Buchholzer Stampespänz, die Zuhörer durch muntere Beispiele aus ihrem im Moment recht stressigen Familienleben. Zum Leidwesen ihrer Mutter erschien sie in zerrissenen Jeans, zum Ärger ihres Vaters flattern ständig hohe Telefonrechnungen ins Haus, ganz zu schweigen vom abendlichen Familienstreit über das richtige Fernsehprogramm - „Pubertät ist nicht ganz ohne“, das machte Paula eindrucksvoll deutlich und erhielt dafür lang anhaltenden Applaus.

Nun war es an der Zeit, das Publikum im Saal zu aktivieren - und das tat Stimmungssänger Roman Neyer in bewährter Weise mit Liedern wie „Nossa“, „Joana“ oder auch „Ich war noch niemals in New York“. Roman heizte die Stimmung an, lauthals sangen die Narren im Saal die Lieder mit und blieben gleich auf den Stühlen stehen, um die Jugendgarde der Bälzer Knorrköpp zu begrüßen, die zu verschiedenen Hits von Gloria Gaynor ein Feuerwerk in Rot-Weiß auf die Bühne brachte.

Einen „Höhepunkt vor dem Höhepunkt“ bildete der bisher einmalige gemeinsame Auftritt der Solomariechen und Tanzpaare aller Vereine. Ansonsten solistisch im Einsatz, hatten sich die jungen Tänzerinnen und Tänzer zusammengetan und zauberten einen atemberaubendes Tanz-Fest in Kombination aller Vereinsfarben auf die Bühne. Nahtlose Übergänge, höchste Präzision im Bewegungsablauf, beeindruckende Hebefiguren und vor allem die sichtbare Freude am gemeinsamen Auftritt sorgten für einen „Gänsehauteffekt“ im Publikum. Ein solch phantastischer Programmpunkt sollte keinesfalls nur auf diese Sessionseröffnung beschränkt bleiben!

Als „Prinz Karneval“ betrat dann Monsignore Carl Ursprung die Bühne und machte allen im Saal auf seine unnachahmliche Weise ausdrücklich klar, dass er der Prinz sei, auf den die erste Wahl   gefallen war, und dass nur ein bedauerlicher Unfall seiner Prinzessin seine Proklamation verhindert habe. Die Aufnahmeprüfung jedenfalls habe er - nach den Kriterien „gute Allgemeinbildung, hoher Intelligenzquotient, Charme und erotische Ausstrahlung“ weit vor allen anderen Kandidaten bestanden. Wie immer traf der „Pastor der Herzen“ mit Wortwahl und -witz ins Schwarze; und ganz im Sinne seiner Rede wäre die kommende Session vielleicht auch unter seiner Regentschaft vorstellbar gewesen.

Im Anschluss daran nahmen die Tänzerinnen der Ü 30 der KG Niederkirchspiel alle Närrinnen und Narren mit in die Weiten der Prärie Amerikas. Als Indianerinnen verkleidet präsentierten sie einen stimmungsvollen Tanz zu verschiedenen Indianer-Melodien, von dem der Spaß am Vortrag sofort   auf das Publikum übersprang und der mit langanhaltendem Applaus belohnt wurde.

Unaufhaltsam steuerte der Abend nun auf seinen Höhepunkt zu, die grün-weiße Garde heizte die Stimmung im Saal mit einem temperamentvollen Tanz noch einmal auf, bevor sich nach dem Einzug des Fanfarenzugs die Bühne mit all denen füllte, die das eventuelle Prinzenpaar würdig empfangen wollten…

Und dieses beeindruckende Bild der Bühne im Farbenmeer aller Vereinsfarben bot sich dann dem einziehenden Prinzenpaar Reiner I. und Theresa I., die den CV Grün-Weiß mit Sicherheit durch eine tolle Jubiläums-Session führen werden. Als „Sternenflieger“ werden sie alle Närrinnen und Narren mit auf die Reise nehmen - „bis Aschermittwoch ohne Rückfahrkarte“.

Beate Kragl

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