Carnevalverein Grün-Weiß Bad Salzig e.V. 1959

"Manege frei" für Grün-Weiß

FanfarenzugFanfarenzug

Wie immer pünktlich um 19:33 Uhr eröffneten 11 Paukenschläge des Fanfarenzuges unter der neuen Leitung von Julian Gras die Erste Kostümsitzung des CV Grün-Weiß Bad Salzig und machten die Manege frei für den Einmarsch aller Aktiven. Ein Zirkuszelt, vom Bühnenbauerteam des CV fantasievoll gestaltet, bildete den Rahmen, vor dem der Vereinsvorsitzende Alfred Fuchs die Leitung der Veranstaltung an Albert Rätz übergab, der als Sitzungspräsident und „Zirkusdirektor“ souverän durch das kunterbunte Programm des Abends führte.

Dieses eröffnete traditionell die Symbolfigur des Bad Salziger Karnevals, der Till. In seiner Paraderolle nahm Volker Kahl gewohnt scharfzüngig die „Narren“ unter den Politikern, vor allem in Großbritannien und Amerika, aber auch im deutschen Bundestag aufs Korn. Auch zu Umweltpolitik und Klimawandel fand er unmissverständliche Worte: „Die Menschheit braucht die Erde - umgekehrt nicht.“

Volker Kahl als TillVolker Kahl als Till

Rot-weiße Farben inmitten der grün-weißen Narrhalla kündigten dann „hohen Besuch“ der KGN Oppenhausen an: Prinz Patrik I. und Prinzessin Daniela I. vom närrischen Haiekreisel waren mit großem Gefolge gekommen, ließen die Freundschaft der Vereine hochleben und luden zum Rosenmontagsumzug ein.

Andreas NickAndreas Nick

Keine Frage, dass in diesem Jahr die Wahl des neuen Ortsvorstehers als willkommenes Thema Einzug in die CV-Bütt finden würde. Und so betrat der neue Ortsvorsteher Andreas Nick persönlich die Bühne und richtete ein Grußwort an das Publikum. Und ebenfalls keine Frage, dass seine Worte nicht unerwidert bleiben würden: Monsignore Carl Ursprung als „Don Camillo der Herzen“ hatte im direkten Anschluss daran so manchen Ratschlag für den ersten „roten Ortsvorsteher“ parat. Doch beide waren sich zumindest in einem Punkt einig: Auch nach der Wahl des neuen „Peppone“ sei - entgegen aller im letzten Jahr an dieser Stelle geäußerten Befürchtungen und Vorhersagen - „die Kirche noch im Dorf“ und auch „das christliche Abendland  nicht untergegangen.“

Monsignore Carl UrsprungMonsignore Carl Ursprung

Nachdem die Tänzerinnen der Gruppe Salissa im letzten Jahr zu ihrer Bühnenpremiere einen Frosch zum Prinzen getanzt hatte, begeisterten sie in diesem Jahr, wiederum trainiert von Ariane Mall und Vanessa Gold, das Publikum als Clowns und Akrobaten in ihrem farbenfrohen „Crazy Circus“. Zusammen mit ihrem „Zirkusdirektor“ zauberten sie ein abwechslungsreiches Spektakel, eine wirkliche Zirkusvorstellung auf die Bühne. Auf Trampolins springend fragten sie „Spürst du das?“ - und ein begeistertes Publikum lieferte mit stehenden Ovationen eine eindeutige Antwort.

Crazy Circus: Die CV SalissaCrazy Circus: Die CV Salissa

Nun gab sich auch der „alte“ Ortsvorsteher die Ehre und berichtete über seine Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen - ein Thema, zu dem seine Sekretärin Conny Düppenbecker jede Menge kluger Vorschläge zu geben hatte, die Wolfgang Spitz jedoch nicht restlos überzeugen konnten. Als Privatier plagen ihn nun ganz andere Sorgen: Warum kommt die Polizei nicht sofort, wenn ein Einbruch telefonisch gemeldet wird und die Täter noch im Hause sind? Doch wie nicht anders zu vermuten, kam der ehemalige Ortsvorsteher hier schnell auf eine „spitzfindige“ Lösung…

Auf der Suche nach neuen Herausforderungen: Wolfgang Spitz und Conny DüppenbeckerAuf der Suche nach neuen Herausforderungen:
Wolfgang Spitz und Conny Düppenbecker
Das CV-Jugendballett präsentiert seinen GardetanzDas CV-Jugendballett präsentiert seinen Gardetanz

Danach heizte das Jugendballett, trainiert von Sarah Kahl und Alena Banspach, mit seinem schwungvollen Gardetanz zu einem Medley Köl’scher Lieder die Stimmung im Saal an, bevor das Glongert-Sextett mit seinen in beliebte Hits verpackten kritischen Texten das Publikum einerseits nachdenklich machte, andererseits zum Mitsingen brachte. „Geht doch auch mal samstags“, forderten sie die Demonstranten der „Fridays for future“-Bewegung auf, bevor sie sich in einem „Abschieds-Blues“ nach mehr als 30 Jahren von der CV-Bühne verabschiedeten. Das Publikum dankte den vier Sängern Hans-Joachim Düppenbecker, Johannes Müller sowie Detlef und Volker Kahl mit langanhaltendem Applaus und einem Lichtermeer aus Taschenlampen bei einem allerletzten „Grün weiße Sterne steh‘n“.

Seit über 30 Jahren fester Bestandteil der CV-Sitzungen: Das Glongert SextettSeit über 30 Jahren fester Bestandteil der CV-Sitzungen: Das Glongert Sextett
Garde des CV-DamenballettsGarde des CV-Damenballetts

Nach einem erneuten Garde-Feuerwerk, diesmal präsentiert vom CV-Damenballett unter der Leitung von Cynthia und Vanessa Kahl, verwandelte sich die Manege noch einmal in das Büro des neuen Ortsvorstehers. Als dieser versucht sich dort einzurichten und Ideen für sein Amt zu entwickeln, steht ihm der „Kobold des Büros“ mit Rat und Tat und vor allem mit seinem reichen Erfahrungsschatz aus der Amtszeit seines Vorgängers zur Seite. Mit gekonnten Pointen überzeugten in beiden Rollen Simon Banspach und Niclas Bach, bevor es zum Ende der ersten Programmhälfte hieß: „Manege frei“ für die Tänzer des Herrenballetts! Diese nahmen das Sitzungsmotto wörtlich und rockten die Bühne als Clowns, Jongleure und Zirkustiere. Als Höhepunkt versammelten sich alle als Hintergrund-Band für den Tanzbären der Gruppe, der zum Disney-Hit „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ seine Runden auf einem Fahrrad durch die Manege drehte.

Machtübergang im Ortsvorsteherbüro: Niclas Bach und Simon BanspachMachtübergang im Ortsvorsteherbüro:
Niclas Bach und Simon Banspach
Manege frei für das CV HerrenballettManege frei für das CV Herrenballett

Als „Affenbande“ begaben sich zu Beginn der 2. Programmhälfte die Blues Brothers auf die Suche nach der Kokosnuss und eroberten die Herzen des Publikums nicht nur durch das Verteilen von Bananen, sondern vor allem durch ihre unter der Leitung von Carina Krahm, Alena Banspach  und Sascha Minning einstudierte temperamentvolle Show mit vielen lustigen Einlagen und spektakulären Hebefiguren.

Die Affen sind los: Die CV Blues BrothersDie Affen sind los: Die CV Blues Brothers

Die Begeisterung hielt an, als Roman Neyer mit „Meine Welt“ und „Willst du mit mir die Sterne zählen“ zwei Lieder aus seinem neuen, Anfang April erscheinenden Album präsentierte. Erst nach einer Zugabe durfte er die Bühne frei machen für das „hübsch’ Tusneldsche von Salzig“. In dieser Rolle plauderte Sabine Theis „mit viel Sex-Appeal“ sowohl über ihre Arbeitssuche und missglückten Bewerbungsgespräche als auch über ihre erotischen Erlebnisse im Spanienurlaub und lieferte ein überzeugendes Debüt auf der CV-Bühne.

Roman Neyer präsentiert sein neues AlbumRoman Neyer präsentiert sein neues Album
Sabine Theis als TusneldaSabine Theis als Tusnelda

Auf der Suche nach „einer neuen Wiese“ und „etwas zum Bestäuben“ flogen nun Biene Maja (Kristina Eulenborn) und Willi (Reiner Becker) in die Manege und brachten auf ihre unnachahmliche Weise mit Witz und Gesang das Publikum zum Lachen. Trotz Blumensuche via Tinder und anderer Internet-Dating-Portale sind das Leben und vor allem die Vermehrung der Bienen in der heutigen Zeit gar nicht einfach - davon konnten die beiden jede Menge Lieder singen. Da die naturbedingte Färbung der Bienen jedoch eher einem Bopparder als einem Bad Salziger Karnevalsverein entspricht, begaben sich beide am Ende ihres Vortrags auf Shopping-Tour - natürlich nach „etwas in Weiß und Grün“.

Singende Bienen: Reiner Becker und Kristina EulenbornSingende Bienen: Reiner Becker und Kristina Eulenborn

Garant für einen unvergesslichen Abschluss einer jeden Kostümsitzung ist seit vielen Jahren das Showballett, und auch in diesem Jahr boten die Tänzerinnen und Tänzer, trainiert von Sandra Gick und Martina Simonis, einen atemberaubenden Auftritt. Fantasievolle, farbenprächtige Kostüme, Fächer und Schirme, Schattentanz, spektakuläre Wurf- und Hebefiguren in Abwechslung mit eindrucksvollen Formationen - das Showballett nahm sein Publikum mit auf eine Reise in den chinesischen Staatszirkus, und die Gäste ließen sich bereitwillig ins Reich der Mitte entführen und verzaubern.

Chinesischer Staatszirkus: Das CV ShowballettChinesischer Staatszirkus: Das CV Showballett

Im großen grün-weißen Finale galt der besondere Dank des Sitzungspräsidenten nicht nur allen Aktiven, sondern vor allem auch den vielen Helfern vor und hinter der Bühne sowie Kai Adorf, der in bewährter Weise während der Sitzung für Schunkelrunden und Stimmung gesorgt hatte und die ausgelassene Feier auch nach Sitzungsende noch bis in die frühen Morgenstunden musikalisch begleitete.

Beate Kragl

Grün-Weiße Sterne steh’n: Das große FinaleGrün-Weiße Sterne steh’n: Das große Finale
© 2002-2020 CV Grün-Weiß Bad Salzig e.V. 1959
Realisierung durch fusoft