Carnevalverein Grün-Weiß Bad Salzig e.V. 1959

Flug zu den grün-weißen Sternen

Eröffnung der Ersten KostümsitzungEröffnung der Ersten Kostümsitzung

60-jähriges Vereinsjubiläum und ein Prinzenpaar, das seinen närrischen Untertanen schon zur Proklamation im November einen „Flug zu den grün-weißen Sternen“ versprochen hatte - was kann da einem Abend mit tollem Programm und „exorbitanter Stimmung“ noch im Wege stehen? Und so flogen die Aktiven des CV Grün-Weiß gemeinsam mit ihrem Prinzenpaar und dem Publikum in der vollbesetzten Narrhalla in einem fast fünfstündigen, abwechslungsreichen Programm in den grün-weißen Himmel - Auftakt einer Reise „ohne Rückfahrkarte bis Aschermittwoch“.

Sofort nach dem Einzug des Fanfarenzugs unter der Leitung von Stefan Bach füllte sich die Bühne in grün-weißen Farben, das Prinzenpaar Reiner I. und Theresa I. sowie Hofnärrin Kristina nahmen ihre Plätze ein, und Sitzungspräsident Albert Rätz übernahm sowohl das Wort als auch die Reiseleitung.

FanfarenzugFanfarenzug

Zum Auftakt präsentierte Solomariechen Luca Niel - zu Ehren des Prinzenpaares natürlich zu dessen Motto-Lied Stäänefleejer - ein spritziges Tanz-Feuerwerk und wurde dafür zusammen mit ihrer Trainerin Vanessa Kahl mit der ersten Rakete des Abends belohnt.

Solomariechen Luca NielSolomariechen Luca Niel

Nun betrat die Symbolfigur des Bad Salziger Karnevals, der Till, die Bütt und ließ mit gewohnt scharfer Zunge die politischen Ereignisse des letzten Jahres Revue passieren. Volker Kahl fand in seiner Rolle für die Missstände in der Welt- und Lokalpolitik nicht nur kritische Worte, sondern hatte auch eine Empfehlung parat: Nach dem Vorbild der deutschen Handballer an einem Strang zu ziehen - das könnte auch in der Politik von großer Wirkung sein und vielleicht so manches Problem aus der Welt schaffen.

Volker Kahl als TillVolker Kahl als Till

Die mit den von grün-weißen Sternen umringten Sessions- und Prinzenorden festlich dekorierte Bühne erstrahlte nun kurzzeitig in rot-weißer Farbenpracht, denn der Prinz der KG Niederkirchspiel, Paul I. vom närrischen Peraschbrunnen, ließ es sich nicht nehmen, mit seiner Prinzessin Kerstin I. und einer großen Gefolgschaft dem Bad Salziger Prinzenpaar seine Aufwartung zu machen und ein Grußwort an die Narrenschar zu richten. Genau wie die heimischen Tollitäten hatte auch dieses Prinzenpaar keine närrischen Gesetze im Gepäck, sondern startete mit einem „Hoch auf die Salziger Fassenacht“ einen Aufruf zum ausgelassenen gemeinsamen Feiern.

Besuch der KG NiederkirchspielBesuch der KG Niederkirchspiel

Eine neu gegründete Tanzgruppe mit einem phantasievollen Tanz - gibt es ein schöneres Geschenk zu einem Vereinsjubiläum? Das bunte Treiben von 14 Schlagerprinzessinnen am Dorfbrunnen und ein Froschkönig, der die versunken geglaubte goldene Kugel rettet -  mit ihrer Choreographie zum Motto „Küss den Prinzen“ beeindruckten die von Ariane Mall trainierten Tänzerinnen und ihr Prinz in ihrem ersten Bühnenauftritt nicht nur das Publikum, sondern auch das Prinzenpaar so sehr, dass dieses sich im Finale der Gruppe anschloss und mittanzte.

SalissaSalissa

Als „8. Weltwunder“ verkündete Monsignore Carl Ursprung nun die Tatsache, dass es in Bad Salzig tatsächlich gelungen ist, die Identität des Prinzenpaares bis zur Proklamation geheimzuhalten - im gesamten Ort und sogar vor ihm und seiner Nachbarin! In seinem Grußwort philosophierte er dann über die bevorstehende Ortsvorsteherwahl und hielt auch mit seiner eigenen Meinung zu deren Ausgang nicht hinter dem Berg: „Ich wähle auf jeden Fall einen Messdiener, denn die haben jahrelange Übung darin, Dampf zu machen.“

Monsignore Carl UrsprungMonsignore Carl Ursprung
CV-JugendballettCV-Jugendballett

Nun war es Zeit für den Auftritt des CV-Jugendballetts. Mit ihren Trainerinnen Sarah Kahl und Alena Banspach hatte die Gruppe einen temperamentvollen Gardetanz zu einem Medley aus Kölschen Liedern einstudiert und feuerte damit die Stimmung im Saal weiter an, bevor Ortsvorsteher Wolfgang Spitz ziemlich enttäuscht vom Waldbaden in Boppard die Bühne betrat. Natürlich stichelte auch seine Sekretärin Conny Düppenbecker zum Thema Kommunalwahl - und der amtierende Ortsvorsteher zeigte sich wahlkampfbereit: Er versprach, schon in diesem Jahr ein eigenes Weinfest in Bad Salzig auszurichten. Danach klärte er noch ganz nebenbei mit dem Prinzenpaar ein paar Einzelheiten zur Stürmung des Rathauses am Karnevalssamstag - sicher sei, dass man nach dieser Aktion recht schnell „zum gemütlichen Teil übergehen“ und dann am Umzug teilnehmen werde.

Wolfgang Spitz und Conny DüppenbeckerWolfgang Spitz und Conny Düppenbecker
Glongert SextettGlongert Sextett

Mit bekannten Liedern begrüßte das Glongert Sextett das Publikum, widmete dann zur Melodie der Loreley ein Lied dem Prinzenpaar und endete - ganz gegen die Tradition - mit bekannten Texten zu weniger bekannten Melodien. Das Publikum stimmte bereitwillig in den Gesang ein und verstummte erst, als das Damenballett des CV einen neuen grün-weißen Gardetanz in Perfektion auf die Bühne zauberte. Beeindruckt und mitgerissen von diesem Feuerwerk zeigten sich nicht nur die Gäste im Saal und das Prinzenpaar, sondern auch der Sitzungspräsident, der dem Damenballett und seinen in der Gruppe selbst aktiv tanzenden Trainerinnen Cynthia und Vanessa Kahl seine Bewunderung und einen herzlichen Dank aussprach.

CV-DamenballettCV-Damenballett

Durch die magischen Kräfte der letzten Flasche Börnchenwasser erlebte das Publikum nun die wundersame Verwandlung des Simon Banspach vom schwarz-goldenen Bopparder hin zum „Pastor der Herzen“. Und als solcher hatte er so manchen Ratschlag für den Wahlkampf von Wolfgang Spitz alias Niclas Bach parat. Zusammen heckten die beiden einen „teuflischen Plan“ zum Gewinn der anstehenden Wahl aus. Ein kreativer Vortrag, gewürzt mit überraschenden Gags und Situationskomik, der im Publikum manch verschmitztes Lächeln oder auch lautes Gelächter auslöste und mit nicht enden wollendem Applaus und dem Wunsch nach einer Zugabe honoriert wurde. Dem leisteten die beiden nur zu gern Folge und listeten die Merkmale auf, an denen man einen „echten Salziger Jeck“ erkennt - eine Aufzählung, in der sich wohl tatsächlich jeder Salziger Narr an irgendeiner Stelle wiedergefunden hat.

Simon Bach und Niclas BachSimon Banspach und Niclas Bach

Ich will tanzen mit dir - Fleming Melzer und Antonia Stein setzten nicht nur die Musik dieses Liedes mit neuen, spektakulären Figuren und Hebungen um, sondern verkörperten sichtbar auch den Textinhalt. Spaß und Freude am gemeinsamen Tanz war den beiden auch in ihrem dritten Auftrittsjahr auf der CV-Bühne anzusehen und die Begeisterung sprang direkt auf das Publikum über, sodass das junge Tanzpaar - ebenfalls trainiert von Cynthia und Vanessa Kahl - mit zwei Raketen aus dem Saal belohnt wurde. Und weil auch Prinz Reiner I. „schon vom Zusehen ins Schwitzen geraten“ war, schickte er gleich noch eine dritte Rakete hinterher. 

Tanzpaar Antonia Stein und Fleming MelzerTanzpaar Antonia Stein und Fleming Melzer

An der Kaserne vor dem großen Tor begann das Herrenballett seinen Auftritt, um dann recht bald in der „Bar zum grünen Kakadu“ einzukehren. Dort tummelten sich allerlei frag- und merkwürdige Gestalten und rockten den Saal zu Melodien aus der Jukebox, in die - ganz im Sinne von Prinz Reiner I. - nur „eine Münze einzuwerfen“ war. Als dann Stargast Drag Queen „Olivia Stones“ zu den Klängen von Pretty Woman durch den Saal geschoben wurde und auf der Bühne angelangt Prinz Reiner I. zum Tanz aufforderte, war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Zum Abschluss seines spektakulären Auftritts flog das Herrenballett unter der Leitung eines erfahrenen Astronauten mit Hofnärrin Kristina und dem Prinzenpaar zu den Sternen, wo man das begeisterte Publikum in die Pause entließ.

CV-HerrenballettCV-Herrenballett

Seit mehreren Jahren ein Garant für gute Stimmung - Roman Neyer riss zu Beginn des zweiten Programmteils das Publikum mit Cordula Grün und seinem Hit Heute Nacht vielleicht von den Stühlen, um dann zu Ehren des Prinzenpaares seinen neuen Song Nur für dich zu präsentieren. Wer diesen Hit auch nach den Karnevalssitzungen hören und sich die Stimmung ins eigene Zuhause holen möchte: Erscheinungsdatum ist der 1. März 2019.

Roman NeyerRoman Neyer

Auf einen musikalischen Streifzug durch 60 Jahre Vereinsgeschichte begaben im Anschluss daran die Blues Brothers: Von Marmor, Stein und Eisen bricht über 99 Luftballons und den Ententanz aus den wilden 80ern bis hin zum Uptown Funk und den Selfie-besessenen Hipsters der heutigen Tage - zu jedem Jahrzehnt hatten sie ein Lied mitgebracht und zeigten auf der Bühne eine gelungene Show aus Akrobatik, Schwung und ganz viel Spaß,  mit der sie einen weiteren Glanzpunkt im Programm setzten und zusammen mit ihrem Trainerteam Carina Krahm, Alena Banspach und Sascha Minning mit einer Rakete und lang anhaltendem Applaus belohnt wurden.

Blues BrothersBlues Brothers

Kurz vor Ende ließen sich auch das Prinzenpaar und seine Hofnärrin einen kurzen Auftritt in der Bütt nicht nehmen: Mit Reminiszenzen an frühere Vorträge präsentierte sich „Fastnachtsprinz“ Reiner, Hofnärrin Kristina erläuterte ihr Dilemma zwischen zwei Prinzessinnen im Vorfeld der Proklamation und Prinzessin Theresa war über all das „gar nicht amüsiert“.

Prinz Reiner I., Prinzessin Theresa I. und Hofnärrin KristinaPrinz Reiner I., Prinzessin Theresa I. und Hofnärrin Kristina

Mit dem Tanz des Showballetts fand die Reise des CV ihren großartigen Abschluss nicht in luftiger Höhe, sondern in der schillernden Unterwasserwelt. In perfekt aufeinander abgestimmten Kostümen verkörperten die von Sandra Gick und Martina Simonis trainierten Tänzerinnen und Tänzer leuchtende Quallen und glitzernde Fische; und nicht nur Meeresgott Neptun, sondern auch das Publikum tauchte tief ein in diese bezaubernde Welt. Phantastische Lichteffekte, atemberaubende Hebefiguren und stimmungsvolle Tanzelemente vereinten sich zu einem faszinierenden Bühnenerlebnis, das nahtlos ins große grün-weiße Finale überleitete.

CV-ShowballettCV-Showballett

Der besondere Dank von Sitzungspräsident Albert Rätz, dem Vereinsvorsitzenden Alfred Fuchs und dem Prinzenpaar galt an dieser Stelle dann nicht nur den Aktiven, sondern auch allen helfenden Händen vor und hinter der Bühne sowie dem Musiker Kai Adorf, der in bewährter Weise für Schunkelrunden, Tanz und Stimmung sorgte.
Nach diesem gelungenen Auftakt freut sich der CV auf die beiden ausverkauften Kostümsitzungen am nächsten Wochenende und auf die Anschlussflüge bis zum Aschermittwoch! Aktuelle Reiseberichte zu den närrischen Tagen können auf der Internetseite des CV abgerufen werden.

Beate Kragl

Das große FinaleDas große Finale
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