Carnevalverein Grün-Weiß Bad Salzig e.V. 1959

Glanz und Glamour beim CV

Hollywood-Feeling in Bad Salzig – aber während im fernen Kalifornien nur die Stars und Sternchen auf dem Roten Teppich bewundert werden dürfen, rollte der CV den entsprechend der Vereinsfarbe Green Carpet zur Ersten Kostümsitzung der 58. Kampagne für alle seine Gäste aus. Auch das in Hollywood standesgemäße Foto-Shooting mit Blitzlichtgewitter fehlte vor dem Eingang der Narrhalla nicht. In dieser Weise auf das Motto Filme, Sterne und Musik – Bad Salzig wird zur Traumfabrik eingestimmt, betraten die Besucher mit Blick auf das eindrucksvoll gestaltete Bühnenbild die Traumfabrik und konnten dort an liebevoll mit interessantem Filmmaterial und Popcorn dekorierten Tischen Platz nehmen.

Pünktlich um 19:33 Uhr startete die Sitzungs-Show mit 11 Paukenschlägen und dem Einzug des Fanfarenzuges unter der Leitung von Stefan Bach. Schnell füllte sich die Bühne mit den Grün-Weißen Garden und dem Elferrat, aus dessen Mitte Sitzungspräsident Albert Rätz die Moderation übernahm und als ersten Höhepunkt des Abends das Prinzenpaar der KG Niederkirchspiel aus Oppenhausen begrüßte. Nach ihrer Ansprache konnten sich Prinzessin Tanja I. und Prinz Marco I. über ein besonderes Geschenk freuen: Der Vereinsvorsitzende Alfred Fuchs überreichte einen doppelseitigen Schal in den Farben und mit den Schriftzügen beider Vereine. Dem Aufruf „Steht auf, macht richtig mit, die ganze Welt soll uns heute hören“ aus dem Refrain des Prinzenpaar-Liedes leistete das Publikum gern Folge, sodass die Stimmung perfekt für den Auftritt der Symbolfigur des Vereins, den Till, vorbereitet war.

Da im letzten Jahr „in Boppard nichts wirklich Neues passiert ist“, konzentrierte Volker Kahl in dieser Rolle seinen gewohnt scharfzüngigen Vortrag auf das politische und wirtschaftliche Geschehen sowohl in der Region als auch in der Welt. Mit Blick auf den Brexit sowie auf die Wahlergebnisse in Österreich, natürlich den USA, aber auch auf die Parteienkonstellation im eigenen Land hielt er nachdenklich allen im Saal den Spiegel vor und mahnte zur Wachsamkeit. 

Nach seinem erfolgreichen Debüt im letzten Jahr betrat nun Roman Neyer mit „Joana“ und „Hulapalu“ die Bühne, zwei Lieder, die das Publikum im Saal von den Plätzen rissen und zum Mitsingen animierten. Zum Abschluss begeisterte er mit seinem eigenen Single-Hit „Heute Nacht vielleicht“ und machte die Bühne frei für den leider letzten Auftritt von Vanessa Kahl als Solo-Tanzmariechen auf der CV-Bühne. Mit einem feurigen Gardetanz zu einem bunten Schlager-Medley dankte sie dem Publikum für sechs tolle Jahre und Spaß auf der Bühne. Dieser Dank wurde natürlich vom Sitzungspräsidenten und allen Gästen mit der ersten Rakete des Abends zurückgegeben.

Der nun als „Nachwuchsredner“ angekündigte Gast entpuppte sich schnell als Monsignore Carl Ursprung, der sich „auf Abschieds-Tournee“ begab und mit einem „Best-of“ aus den Reden der letzten Jahre auf seine unnachahmliche Weise den Saal immer wieder zum Lachen brachte. Mit feinsinnigen Betrachtungen über die Neugier seiner Salziger Nachbarschaft oder auch mit dem - durch die Entwicklungen in der Weltpolitik im Moment wieder ganz aktuellen - Vorschlag, zwischen Boppard und Bad Salzig eine Mauer zu bauen, zog „der Pastor der Herzen“ das Publikum in seinen Bann. Selbstverständlich durften auch Kultbeiträge wie das leidvolle „Lied eines Ehemannes“ oder „Die Tombola“ nicht fehlen. Bei einem solchen Redner muss auf eine Abschieds-Tournee ein Comeback folgen – „Amen“.

Mit einem „Pur“-Medley nahm dann das Jugendballett die Gäste im Saal mit auf eine Reise ins „Abenteuerland“. Die jungen Tänzerinnen und Tänzer zeigten mit ihrem schwungvollen Vortrag auf beeindruckende Weise, dass innerhalb des Vereines hervorragende Jugendarbeit geleistet wird. Ein herzliches Dankeschön dafür ging auch an das neue Trainerinnen-Dreigestirn der Gruppe: Vanessa Gold, Alena Schweikert und Susanne Tripkovic.

Jetzt war der richtige Zeitpunkt für einen Fernsehauftritt in der Traumfabrik gekommen: Niclas Bach und Simon Banspach moderierten die Show CV-total. Als special guests und Newcomer in der (Bade-)Bütt präsentierten sie Bürgermeister Dr. Walter Bersch und Ortsvorsteher Wolfgang Spitz nicht nur im politischen Schlagabtausch, sondern auch in Loriot-Manier im Streit um das warme Badewasser. In Moderation und Rollentausch erwiesen sich beide als perfekte Entertainer, und auch beim abschließenden „Wadde hadde dudde da?“ standen sie TV-Moderator Stefan Raab in nichts nach.

Mit einem neuen, faszinierenden Gardetanz präsentierte sich im Anschluss daran das Damenballett unter der Leitung von Cynthia und Vanessa Kahl, und unter stehenden Ovationen zum Ausmarsch der Tänzerinnen wurde die Bühne frei für Ortsvorsteher Wolfgang Spitz und seine Sekretärin Conny Düppenbecker. Eigentlich hatten diese einen roten, vielleicht auch „schwarzen“ Teppich erwartet und erschienen nun herausgeputzt, fast overdressed, um die besonderen Beziehungen zwischen Boppard und Bad Salzig zu diskutieren. Ein interessanter neuer Gedanke wurde dabei vom Ortsvorsteher ins Spiel gebracht: Wären nicht alle kleinen und größeren Ärgernisse durch die Gründung einer Verbandsgemeinde mit Sitz in Hirzenach zu umgehen?

Es folgte ein absoluter Höhepunkt des Abends: Mit Antonia Stein und Flemming Melzer präsentierte sich zum ersten Mal ein junges Tanzpaar auf der CV-Bühne. Ihr Motto „Tanzen macht Spaß“ setzten die beiden temperamentvoll in die Tat um und überzeugten mit präzise ausgeführten Synchronbewegungen, Hebefiguren und Breakdance-Elementen. Daneben übertrug sich vor allem die sichtbare Freude des Paares am Tanzen auf das Publikum und riss alle Gäste im Saal von ihren Plätzen  Trotz mehrfachen Verletzungspechs in der Trainingsphase hatten sich Antonia und Flemming immer wieder gegenseitig zum Durchhalten motiviert – und auf das Ergebnis können sie, und natürlich auch ihre Trainerinnen Dominique Theby und Susanne Tripkovic, mehr als stolz sein!

Damit erreichte der erste Sitzungsteil sein Ende – aber natürlich nicht ohne den traditionell an dieser Stelle platzierten und erwarteten Auftritt des Herrenballetts. Dieses versetzte die Gäste zurück ins Jahr 50 vor Christus, in dem ganz Westgermanien von den Römern besetzt ist. Ganz Westgermanien? Das kleine Dorf „Salisso“ bildet die Ausnahme, seine Einwohner leisten erbitterten Widerstand. Ausgerechnet am Festabend des „Heiligen Börnchens“ müssen sie sich gegen die Angriffe der nahen römischen Garnison „Baudobriga“ zur Wehr setzen, aber mit Hilfe des Zaubertrankes gelingt dies natürlich spielend, und die heiße Schlacht um das „Heilige Börnchen“ endet in einem großen Versöhnungsfest mit Musik und Tanz. In den Rollen und detailgetreuen Kostümen der Filmhelden aus „Asterix und Obelix“ präsentierte sich das Herrenballett einmal mehr als Highlight im Sitzungsprogramm.

Den zweiten Sitzungsteil leiteten die Blues Brothers als Speis-Boys und Beck’s Street Girls mit einer gekonnten Parodie auf die Spice Girls und die Backstreet Boys ein. Mit Speisbütten ausgerüstet stürmte ein Teil der jungen Männer die Bühne, während die „Girls“ sie lässig, aber nicht uninteressiert hinter der Theke beobachteten. Natürlich traten dann auch alle gemeinsam in Aktion und überzeugten dabei nicht nur mit Klamauk und spektakulären Hebefiguren, sondern hatten in ihren Vortrag auch tänzerische Elemente eingebaut. Mit viel Applaus und einer Rakete wurden sowohl die Blues Brothers als auch ihre Trainer(innen) Carina Krahm, Alena Schweikert und Sascha Minning vom Publikum verabschiedet.

Die Bühne betrat nun – nach zweijähriger Pause, in der er sich als Masseur versucht hatte – Frank Mallmann, der über seine Erfahrungen in diesem Beruf berichtete. Und da eine gute Massage „nicht nur die Muskulatur, sondern auch die Zunge lockert“, wusste er einige interessante Geschichten und Anekdoten aus dem Leben seiner Patienten zu berichten.  

Zu seinem 25. Bühnenjubiläum beim CV sang das Glongert-Sextett im Anschluss daran ein Loblied auf das Salziger „Börnchen“ und bezog in seinen Beitrag auch das Publikum ein. Natürlich musste der live-Vortrag zu einem solchen Anlass mit einer Hymne auf die „Heimat“ Bad Salzig enden, die das gesamte Publikum zum Mitsingen brachte. Mit einem herzlichen Dankeschön verabschiedete der Sitzungspräsident das Sextett und die Bühne verwandelte sich in Peter Lustigs „Löwenzahn“-Umgebung.

Der blaue Bauwagen, selbstverständlich mit „Klingel“, und der Nachbarsgarten erfreuten das Auge des Betrachters und – „klingt komisch, is‘ aber so“ – die TV-Figuren erwachten zum Leben. In ihren Rollen heizten Kristina Eulenborn, Christian Nick und Reiner Becker die Salziger Gerüchteküche an und erklärten, wie das Nachrichten- und Informationssystem innerhalb der Salziger Nachbarschaft funktioniert: „Wieso? Weshalb? Warum? - Frag den Nachbarn, sei nicht dumm.“

Am Ende des Abends stand der Auftritt des Show-Balletts. In einer atemberaubenden Show unter dem Motto „We love to entertain you“ verzauberten die Tänzerinnen und Tänzer ihr Publikum und entführten alle Anwesenden noch ein letztes Mal in die glitzernde Show-Welt. Musik, Tanz, Kostüme und Requisiten perfekt aufeinander abgestimmt – wortwörtlich ein Glanzpunkt am Ende des Programmes. Mit einem großen Dankeschön für diesen „Oscar-verdächtigen“ Showtanz verabschiedete der Sitzungspräsident die Gruppe sowie ihre Trainerinnen Sandra Gick und Martina Simonis und leitete zum großen Finale über.

Hier standen dann alle Aktiven noch einmal vereint auf der Bühne und beendeten singend mit einem begeisterten Publikum den Abend. Ein ganz besonderer Dank galt am Ende aber nicht nur den Akteuren auf der Bühne, sondern auch allen helfenden Händen davor und dahinter sowie dem Musiker Kai Adorf, der in altbewährter Weise für Schunkelrunden, Tanz und Stimmung sorgte.


 

Beate Kragl

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